Geringe Tiefenschärfe

Geringe Tiefenschärfe

Eine Möglichkeit, Ihre Bilder von der Masse abzuheben, ist, Bilder mit geringer Schärfentiefe aufzunehmen. Unsere Augen bewegen sich ganz natürlich auf den Bereich mit dem schärfsten Fokus zu. Wenn Sie also Ihr Motiv vor einem schön unscharfen Hintergrund isolieren, lenken Sie den Betrachter auf den wichtigen Teil des Bildes. Ihr Motiv muss nicht gegen einen unruhigen Hintergrund antreten, der ebenso scharf ist. Für Unterwasserfotografen lässt sich dies am einfachsten mit Makroobjektiven erreichen. Die Superweitwinkel-Objektive, die wir typischerweise unter Wasser für Weitwinkelaufnahmen verwenden, haben eine große DOF, selbst bei offener Blende. Es gibt eine Reihe von Faktoren, die die Schärfentiefe beeinflussen, aber einige der wichtigsten sind die Sensorgröße, die Objektivbrennweite, der Motivabstand und die Blende. Größere Sensoren, wie sie in Vollformatkameras zu finden sind, haben einen geringeren Schärfentiefebereich als die kleineren Sensoren, die in den meisten spiegellosen Kameras und Kompaktkameras zu finden sind. Objektive mit längerer Brennweite haben einen geringeren Schärfentiefebereich als kürzere Brennweiten. Wenn Sie näher an das Motiv heranrücken oder eine zusätzliche Vergrößerung, wie z. B. eine SMC oder CMC, verwenden, verringert sich der Schärfentiefebereich. Große Blendenöffnungen oder Blendenzahlen wie f/2,8 haben eine geringe Schärfentiefe, während enge Blenden wie f/22 eine große Schärfentiefe haben.

Wichtige Einstellungen

    Makro-Objektiv (vorzugsweise ein längeres Makro-Objektiv wie z. B. ein 100 mm)
    Manuelle Kamera-Belichtung.
    Anfangsblende um f/11 (Kompaktkameras f/4)
    Anfangsverschlußzeit (1/125)
    Beginnende ISO 100
    Manuelle oder TTL-Blitzgeräte
    Platzierung des Blitzes (Es gibt keine Einheitsgröße für die Platzierung des Blitzes, aber da wir Makroaufnahmen machen, sollten Sie die Blitze in der Nähe des Makroports platzieren. Experimentieren Sie mit verschiedenen Winkeln und Leistungsverhältnissen)

Die Aufnahme machen

    Suchen Sie nach Motiven, die einen geringen Abstand zwischen dem Motiv und dem Hintergrund haben. Bei Aufnahmen mit höheren Vergrößerungen kann der Hintergrund näher sein. Sie können sogar das Motiv selbst verwenden, um den Hintergrund zu gestalten.
    Stellen Sie Ihre Kamera auf manuell und passen Sie Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert an.
    Wenn Sie mit manuellen Blitzen fotografieren, stellen Sie eine niedrigere Leistungsstufe ein. (Durch die großen Blendenöffnungen lassen Sie viel Licht herein)
    Machen Sie eine Aufnahme.
    Prüfen Sie die Schärfe. Bei sehr geringer Schärfentiefe kann es unmöglich sein, beide Augen oder beide Rhinophoren einer Nacktschnecke oder eines ähnlichen Motivs scharf zu stellen. Normalerweise sollten Sie auf das Auge fokussieren, das sich am nächsten zur Kamera befindet. Da die Schärfeebene senkrecht zum Objektiv verläuft, hat der Winkel, in dem Sie die Kamera ausrichten, einen großen Einfluss darauf, was im Fokus ist und was nicht. Ein erweiterter Sucher ist ein nützliches Zubehör für diese Art von Bildern.
    Nehmen Sie Anpassungen an der Blende und der Blitzleistung vor, bis Sie die gewünschten Ergebnisse erhalten.
    Achten Sie auf Objekte, die im Vordergrund des Bildes noch sichtbar sein können. Da wir mit einer sehr geringen Schärfentiefe arbeiten, werden diese Objekte, wenn sie sich näher am Objektiv befinden als das Motiv, ebenfalls unscharf sein. Unscharfe Vordergründe können ablenkend wirken, aber wenn sie absichtlich eingesetzt werden, können Sie interessante Bilder erzeugen.

Von Todd Winner